Drama von Mike Barker, Großbritannien 1996, 159 min, mit Tara Fitzgerald, Toby Stephens u.a.
Yorkshire im 19. Jahrhundert. Auf Wildfell Hall ist die Witwe Helen Graham (Tara Fitzgerald) mit ihrem kleinen Sohn eingezogen. Sie lebt zurückgezogen und meidet zu den Nachbarn und Stadtbewohnern. Nur der Farmer Gilbert Markham (Toby Stephens) schafft es, ihre Freundschaft zu gewinnen. Bis Gilbert sich in Helen verliebt und es zu einem Eklat kommt.
Anne Brontë ist die unbekannteste der drei Brontë-Schwestern. Dabei gilt ihr Roman “The Tenant of Wildfell Hall” als einer der ersten der feministischen Literatur. So soll es für einige Entrüstung gesorgt haben, dass Helen Graham in einer Szene ihrem Ehemann die Schlafzimmertür vor der Nase zuschlägt.
Es ist bereits eine ganze Weile her, dass die Romanvorlage zu dieser Verfilmung gelesen habe, so dass ich nicht genau beurteilen kann, wie detailgetreu diese hier wiedergegeben ist. Aber ich kann zumundist sagen, dass die Handlung an sich identisch und der Grundtenor perfekt getroffen ist.
Wer ein actionreiches Liebesdrama erwartet, dürfte enttäuscht werden. Vielmehr wird hier ruhig und äußerst eindringlich ein Frauenschicksal dargestellt.
Toby Stephens zeigt hier mal wieder, wie vielfältig die Rollen sind, der er spielen kann. Wer hätte gedacht, dass dies der Mr Rochester aus der aktuelle Jane Eyre-Verfilmung ist?
Tara Fitzgerald kommt äußerst spröde rüber, was allerdings an ihrer Rolle liegt. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Probleme, mit ihr warm zu werden.

