Drama von Robin Shepperd, Großbritannien 2002, 180 min, mit Sarah Smart, Joseph McFadden, Richard Armitage u.a.
Yorkshire: Seit ihrer Kindheit sind Carol (Sarah Smart) und Andrew (Joseph McFadden) unzertrennlich und lieben es, die Moore zu durchstreifen. Doch Andrews Eltern sind gegen eine Beziehung, da Carol nicht gut genug für ihren Sohn ist. Sie lebt mit ihrer Schwester Lisa und ihrem Vater, der ein brutaler Alkoholiker ist, auf einer heruntergekommenen Farm, Sparkhouse. Andrew gibt dem Druck seiner Eltern nach und verläßt Carol.
Wer “Wuthering Heights” gelesen hat, könnte erkannt haben, dass es sich hier um eine moderne Variante des Klassikers von Emily Brontë handelt.
Allerdings übernimmt Carol in “Sparkhouse” den Heathcliff-Part und Andrew den von Cathy. Unabhängig davon hält sich diesr Dreiteiler nur lose an der Vorlage, auch wenn einige Szenen eindeutig aus “Wuthering Heights” übernommen wurden, wie beispielsweise das Erhängen eines Hundes.
Carol ist wie Heathcliff wild, leidenschaftlich und auch verwahrlost. Aber im Gegensatz zu ihm, ist sie in der Lage, auch andere Menschen als Andrew/Cathy zu lieben und Mitleid zu empfinden. Für ihre Schwester Lisa würde sie selbst Andrew verlassen.
Andrew ist so egoistisch wie Cathy. Aber anders als Cathy ist er nicht jemand, der immer in seiner Kindheit leben möchte, sondern lediglich ein schwacher Mensch.
Ein weiterer Grund, warum ich mir diese DVD zugelegt habe, ist die Tatsache, dass Richard Armitage mitspielt. Der britische Schauspieler hat zwar eine kleine, aber feine Rolle als der schüchterne Farmarbeiter John Standring. Würde ich weitere Parallen zu “Wuthering Heights” suchen und wild spekulieren, könnte John Harton sein, allerdings in stark abgewandelter Form. Aber mir gefällt der Gedanke, da die Geschichte dann ein für mich versöhnlicheres Ende hat. Überhaupt gefällt mir diese Interpretation der Vorlage sehr gut. Carol ist im Gegensatz zu Heathcliff eine Heldin, mit der ich mitfühlen kann. Und alle Personen bekommen das Ende, das sie in meinen Augen verdient haben, ohne dass dieses Ende unrealistisch und zurecht gebogen wirkt.
“Sparkhouse” schafft es wunderbar, die düstere und emotional aufgeladene Atmosphäre einzufangen. Dieses ist natürlich auch dem hervorragendem Cast zu verdanken. Allen voran Sarah Smart. Sowie natürlich Richard Armitage, der wunderbar die Entwicklung des schüchternen Sonderlings zu einem selbstbewußteren Mann rüber bringt.
Jedoch ist “Sparkhouse” keine Verfilmung, die man sich anschauen sollte, wenn man bereits emotional angeschlagen ist, denn für gute Laune sorgt er nun wirklich nicht.
Schade nur, dass die Fortsetzung, zu der Sally Wainwright bereits das Drehbuch geschrieben hatte, (bisher noch) nicht gedreht wurde.




