Drama von Susanna White, Großbritannien 2006, 233 min, mit Ruth Wilson, Toby Stephens u.a.
Die kleine Waise Jane Eyre wird von ihrer Tante in das Internat Lowood gegeben. Den widrigen Umständen zum Trotz, schafft es Jane, die Schulzeit zu überleben und Lehrerin in Lowood zu werden. Später gibt Jane ein Inserat auf und geht als Gouvernante nach Thornfield Hall. Dort verliebt sie sich in den Besitzer, Edward Rochester. Doch den umgibt ein dunkles Geheimnis.
Diese DVD war ein wirklicher Glückskauf. Ich bin ziemlich begeistert.
Zwar habe ich “Jane Eyre” mehr als einmal gelesen, da ich aber keine Brontë-Expertin bin, kann ich nicht so genau beurteilen, wie genau die Dialoge aus dem Buch übernommen oder abgeändert wurden. Dennoch kann ich deutlich sagen, dass die Handlung so nah am Buch ist, wie der Zuschauer es von einer mehrstündigen BBC-Verfilmung auch nicht anders erwartet. Gleichwohl wurden ein paar Kürzungen und kleine Änderungen vorgenommen, die ich jedoch durchaus positiv sehe. So wurde beispielsweise Janes Kindheit und Schulzeit auf eine viertel Stunde gekürzt.
Dafür knistert es zwischen Jane Eyre und Edward Rochester stäker, als es mir beim Lesen des Buchs deutlich wurde. Aber keine Angst, diese Erotik (mir fällt momentan kein passenderes Wort ein) wird passend und stilvoll gezeigt.
Allerdings habe ich doch einen kleinen Kritikpunkt, was die Änderungen betrifft (Leser, die das Buch nicht kennen, sollten jetzt nicht weiter lesen). Warum wurde am Ende nicht gezeigt, dass Rochster nach einiger Zeit teilweise wieder sehen kann?
Diese “Jane Eyre”-Verfilmung entwickelt einen Sog, der es dem Zuschauer nicht leicht macht, zwischen den vier Episoden eine Pause einzulegen.
Wie bei den neueren BBC-Verfilmungen gewohnt, ist die Atmosphäre passend, die Musik stimmig und die Schauspieler sind bestens besetzt.
Allen voran Ruth Wilson als Jane Eyre. Die Newcomerin hat mich überzeugt wie keine andere Jane-Darstellerin zuvor. Sie schafft es, Jane Eyre so menschlich darzustellen, dass ich mich durchaus in sie hineinversetzen konnte. Beim Lesen des Buches hatte ich diesbezüglich manchmal meine Probleme gehabt, da die strikte Prinzipientreue der Heldin auf mich mitunter etwas zu idealistisch wirkte.
Tobey Stephens hatte mich bereits in Mangal Pandey begeistert. Auch hier zeigt er wieder, dass er ein sehr guter Schauspieler ist.
Das Drehbuch wurde übrigens von Sandy Welch geschrieben, die auch bereits bei der Miniserie “North & South”, durch die der Hauptdarsteller Richard Armitage einen ähnlichen Status bei den weiblichen Fans erhielt, wie Colin Firth mit ”Pride & Prejudice” von 1995, erfolgereich zu Werke war.


Ich habe bisher nur eine Jane Eyre verfilmung gesehen und das Buch auch nur einmal gelesen. Ich konnte mich auch nie in die kalten Jane hineinversetzten.
Man/Frau kann mich auch nicht unbedingt als Bronte Fan bezeichnen. DIe Sturmhöhe verfilmung war so gar nicht mein Fall.
Die Schwestern, jedenfalls Charlottle und Anne sind mir etwas arg kitschig und romantisch veranlagt.
Mich interessiert jetzt aber brennend die BBC verfilmung *gg*
mir sind die brontes manchmal auch etwas zu melodramtisch
als ich das buch geschenkt bekommen hatte, hatte ich es zwar an einem tag durchgelesen, was aber vor allem daran lag, dass ich die schicksale so heftig fand, dass ich unbedingt zum ende kommen musste
aber diese verfilmung lohnt sich wirklich
und ich werde mir demnächst noch einmal durchlesen, mit den bilder des verfilmung im kopf
Ich hab den Film heute gesehen und kann nur sagen, dass mir Jane Eyre noch niemals so symptaisch war! ICh bin regelrecht baff. Keine Sekunde unterkühlt oder ihr Handeln befremdlich. Wow, dass ich Jane Eyre einmal sympatisch finden würde, hät ich nie gedacht. Kann dir nur zustimmen, was du im Bezug auf sie schreibst.
Und du hast vollkommen recht, wenn du schreibst, dass dieser Film fesselnd ist. Habs in einem Rutsch durchgeschaut.
Vielen dank noch mal, bin hellauf begeistert
Die Geschmäcker der Gestecker sind eben sehr unterschiedlich.
Das Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch, die Charaktere finde ich aber gar nicht seltsam oder kalt sondern sehr liebenswert und nachvollziehbar.
Die Verfilmung mit William Hurt (Ja!!!! neben Alan Rickman einer meiner Lieblingsschauspieler!) finde ich bisher am besten. Auch der Altersuntschied kommt gut rüber. Und charlotte Gainsbourg (die Tochter von Serge und Jane Birkin) ist ebenfalls umwerfend.
Aber jetzt werde ich mir diese Version auch noch zulegen und bin gespannt, wie sie auf mich wirkt…
OT: Die Verfilmung von wuthering heights mit Ralph Fiennes ist auch prima, es fängt die ganze Atmosphäre der Yorkshire moors einmalig ein…
Ruth Wilson ist wunderbar ind Jane Eyre. Sie spielt und redet und errötet bezaubernd.