Mittlerweile kann ich nicht mehr zählen, wie häufig ich Jane Austens Klassiker “Stolz und Vorurteil” bereits gelesen habe. So ist es natürlich fast selbstverständlich, dass ich viele Verfilmungen des Romans kenne und größtenteils auch liebe.
Dieses sind der Schwarzweißfilm von 1940 mit Laurence Olivier, die BBC-Mini-Serie von 1979, die BBC-Mini-Serie von 1995 mit Colin Firth und Jennifer Ehle sowie die aktuelle Verfilmung von 2005 mit Keira Knightley.
Drama/Komödie von Robert Z. Leonard, USA 1940, 117 min, mit Greer Garson, Lawrence Olivier, Maureen O’Sullivan u.a.
Dieser SW-Film war die erste “Stolz und Vorurteil”-Verfilmung, die ich gesehen habe. Ich hatte das Glück, dass der Film vor Jahren im Fernsehen lief, als wir gerade einen Videorecorder gekauft hatten.
Von allen vier genannten Verfilmungen ist diese diejenige, die am weitesten von der Buchvorlage entfernt ist. Dieses liegt nicht nur an den Kürzungen, die aufgrund der Spieldauer zwangsläufig erfolgen müssen, sondern auch an den Änderungen im Script. War es wirklich notwendig, Lady Catherine de Bourgh am Ende als Liebesbotin darzustellen? Die gewählte Kleidung passt überhaupt nicht zu der Zeit, in der der Roman spielt.
Doch genug gemosert. Der Film macht Spaß und legt ein flottes Tempo vor. Im Vordergrund steht die Komödie. Bei den Schauspielern sind vor allem Greer Garson und ganz besonders Lawrence Olivier positiv hervorzuheben. Lawrence Olivier schafft es in Perfektion, sowohl den versnobten Gentleman zu spielen, als auch Elizabeth schmachtende Blicke zuzuwerfen.
Drama/Romanze, Großbritannien 1979, 268 Minuten, Elizabeth Garvie, David Rintoul u.a.
Diese Verfilmung gefiel mir am wenigsten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sieht man der Miniserie ihr Alter doch ziemlich an. Bei der 1940er Verfilmung ist dieses charmant, doch hier stört mich vor allem die kammerspielartige Darstellung (wer “Der Doktor und das liebe Vieh” kennt, weiß, was ich meine). Das Tempo ist eher betuelich und steigert sich etwas erst in der zweiten Hälfte.
Ein weitere Problem war, dass ich mich mit den beiden Hauptdarstellern nicht richtig anfreunden konnte. Bei David Rintoul als Mr. Darcy hat sich dieses zum Ende hin gelegt, aber Elizabeth Garvie als Elizabeth Bennet war mir eindeutig zu blass.
Bei der Handlung hält sich die Serie ziemlich genau an das Buch, was natürlich ein Pluspunkt ist.
Insgesamt bereue ich es nicht, dass ich diese Fassung gesehen habe, allerdings wird sie nicht so schnell wieder in meinem DVD-Player landen.
P.S.: Mr. Collins Tanzszene war köstlich.
Drama/Romanze, Großbritannien 1995, 300 Minuten, Colin Firth, Jennifer Ehle, Barbara Leigh-Hunt u.a.
Für mich ganz eindeutig die Mutter aller Jane Austen-Verfilmungen. Allerdings sollte der Zuschauer ein Faible für Romane dieser Art haben, sonst sind die 300 Minuten doch etwas ermüdend. Ich jedoch genieße immer wieder jede einzelne Minute.
An Colin Firth muss sich jeder weitere Darcy-Darsteller zwangsläufig messen lassen. Auch die Interpretation von Elizabeth Bennett gefällt mir hier so gut wie in keiner anderen Verfilmung, nicht zu blass und nicht zu aufmüpfig. Wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann ist es Darstellung von Mrs Bennet. Kann Wunder, dass Mr Darcy bei dieser Mutter Bedenken hat. Im Buch fand ich sie nicht ganz so schlimm.
Die 1995er Fassung hält sich ähnlich nah an der Buchvorlage und kann zusätzlich mit mehr Tempo und Charme punkten – von den Schauspielern ganz abgesehen.
Drama/Romanze von Joe Wright, Frankreich/ Großbritannien 2005, 127 Minuten, Keira Knightley, Matthew Macfayden, Donald Sutherland, Judi Dench u.a.
Zum Abschluss wieder eine der nicht so langen Verfilmungen. Da der Film nur etwas mehr als zwei Stunden lang ist, mussten einige Kürzungen und Änderungen vorgenommen werden. Meinung nach ist dieses ziemlich gut gelungen. Auch wenn in manchen entscheidenden Szenen das Buch etwas zur Zeit gelassen wurde, erfolte dennoch keine Sinnentfremdung.
Der Film besticht vor allem durch seine großartigen Bilder und die eindrucksvolle Musik.
Matthew Macfayden ist zwar kein Colin Firth, hat aber trotzdem einige wundervoll emotionale Szenen. Keira Knightleys Elizabeth Bennet war mir teilweise etwas zu burschikos.
Wer gerade keine Zeit für die 300-Minuten-Fassung hat und sich darüber im Klaren, dass Kürzungen zwangsläufig erfolgen musste, ist mit dieser Verfilmung gut bedient. Auch wenn ein paar Szenen etwas kitschig (im positiven Sinne) geraten sind. Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass das amerkanische Ende nur als alternatives Ende zur Verfügung steht.


Ich, als großer Austen Fan *grins*, habe leider nur die 95 und die 05 Version gesehen und die Firth&Ehrl Version ist deutlich besser. Kein Wunder, bei solch einem Drehbuch und solchen Darstellern. Vorteilhaft ist, dass es sehr nah an der Buchvorlage ist.
Die 05 Version fand ich gar nicht mal so schlecht, obwohl es so einige Fehler hat leider. Aber Keira gibt eine ansehenlich Leistung ab und an MF gibts auch nicht viel zu bemängeln. Es liegt haupträchlich an der Umsetzung. Leider ist die Story etwas zu vorhersehbar.
Gruß
P
der nachteil an der 05-version ist hauptsächlich, dass sie so kurz ist und manchmal etwas gehetzt wirkt – was aber verständlich ist
wer allerdings die 1940er-version kennt (die gerade in den usa auf dvd erschienen ist), der weiß, wie toll die 05-version ist
Yep, das ist nen klasse Film!
Super Romanvorlage und Keira Knightley wächst gerade zu über sich hinaus!