Es ist vollbracht. Ich habe sämtliche Inspektor Jury-Krimis von Martha Grimes, die auf deutsch erschienen, gelesen. Da es bisher 19 Bücher sind, war ich ich einige Wochen beschäftigt.
Hauptfigur ist der leicht melancholische und einfühlsame Inspektor Richard Jury, der bei Scottland Yard arbeitet. Bei seinem ersten Fall, „Inspektor Jury schläft außer Haus“, lernt Jury Melrose Plant, ehemals Earl of Caverness, kennen, der ihm bei der Lösung des Falls hilft.
Plant wird Jury auch bei allen folgenden Fällen unterstützen. Stets mit von der Partie sind u.a. Jurys hypochondrischer Assistent Wiggins und der Antiquitätenhändler Marshall Trueblood. Im Laufe der folgenden Bücher kommen immer weitere Nebenfiguren hinzu, die zu dem Charme der Reihe beitragen. Mehr zu einigen Figuren hier.
Die von Martha Grimes geschaffenen Figuren mit ihren Schrullen, Macken und liebeswerten Eigenschaften, zusammen mit dem wunderbaren Humor, aber auch der stets vorhandenen Melancholie, sind die große Stärke dieser Krimis.
Handelt es sich bei den ersten Fällen noch um „normale“ Mordfälle, werden diese später immer düsterer (beispielsweise organisierter Kindesmissbrauch).
Leider gibt es bei den Jury-Romanen auch einen Punkt, über die ich mich öfters geärgert habe. Sehr häufig kommt es vor, dass Jury den Fall aufklärt und das Buch damit endet, während sich der Leser wünscht, noch einiges über das Schicksal der Opfer, ihres Umfelds und der Täter zu erfahren. Jedoch habe ich den Eindruck, dass sich Martha Grimes diese Kritik langsam zu Herzen nimmt. In den letzten beiden Bücher findet man erstmalig Verweise auf vorherige Mordfälle. Es besteht also Hoffnung.



Aaaaaah!!! Ich lieeeebe Jury! Und Melrose! Und überhaupt alle! Ich wollte früher unbedingt einen von beiden heiraten oder so. *schmacht* Wenn ich jetzt Zeit hätte, würde ich wieder mal nen Lesemarathon starten – ich hab alle paar Jahre mal so nen Anfall.
genau, ideal wäre eine mischung aus den beiden
und das tolle an melrose und jury ist, dass sie scheinbar überhaupt nicht altern
SPOILER
Dabei fand ich grade in den letzten beiden Büchern hätte noch viel mehr stehen müssen (ja, ich hab sie am WE beide durchgeackert). Ich war schwer enttäuscht. Während viele vom letzten wieder ziemlich begeistert waren, fehlte mir auch hier wieder besonders viel. Was wird aus dem Pädophilen Vater? Bekommt er seine Strafe? Soll heißen: wird er überhaupt irgendwann gefasst? Bleibt die Kleine als Lulu weiterhin bei ihrem Großvater? Wieso kommt Vivian so kurz weg und wieso heißt es plötzlich, ihr Graf wurde aus dem Dorf vertrieben? Steckte in älteren Büchern nicht noch eher der Hinweis drin, sie hätte die Verlobung mitgelöst? Wieso war klar, dass ausgerechnet, die Frau, mit der Jury schlief, wieder mal die eine Verdächtige ist? Die Handlungsstränge, die Martha Grimes strickt, wiederholen sich dermaßen, dass es ohne die Schrulligkeiten, die sie nebenbei entwickelt, keinen Spaß mehr machen würde, die Bücher zu lesen.
ich glaube, im drittletzten buch war es, dass melrose & co. den grafen mit irgendwelchen geschichten wirklich in die flucht getrieben haben
zu der frau, mit der jury schläft, muss ich verteidigend sagen, dass es erst die 2. verdächtige ist
eine andere wurde ermordet und wieder eine andere war seine langjährige „freundin“
aber aus irgendeinem grund – vielleicht weil er nicht so viele schlafpartner hat – war klar, dass sie wieder eine verdächtige ist. und den grafen selbst hat doch gar keiner getroffen, oder? der exisitiert nur aus erzählungen und über das tagebuch, welches melrose und co extra für ihn entworfen haben.
doch, der graf ist einmal im dorf aufgetaucht, weil die hochzeit kurz bevor stand
manchmal habe ich das gefühl, dass sich zwischen jury und carol-ann was anbahnt
Graf Dracula war tatsächlich da
Frag mich bloß nicht in welchem Band …
Ich fand auch, dass die letzten Bände ein bisschen weniger befriedigend waren als die vorherigen, wobei ich den letzten wieder mehr mochte. Vielleicht auch gerade weil er so offen bleibt … Keine Ahnung.
Das mit Jurys Frauen ist übrigens der Grund, warum ich immer doch eher zu Melrose tendiere – der steht immer auf die Netten, während man bei Jury immer entweder nen Mord begeht oder abgemurkst wird oder so
aber dafür ist melrose manchmal so frustrierend blind, wenn es um frauen geht
deutlicher kann frau ihm ja kaum noch sagen, dass er endlich zugreifen soll^^
man muss halt als schriftstellerin die leser hinhalten. aber ich hätte so gerne mal wieder nette morde, also unterhaltsame und nicht andauernd morde, wo liebe menschen draufgehen