Das Ramayana erzählt von dem Helden Rama, einer Inkarnation Vishnus. Aufgrund einer Intrige muss der Königssohn Rama für vierzehn Jahre in die Verbannung ziehen. Begleitet wird er von seiner Frau Sita und seinem Halbbruder Lakshmana. Der Dämonenkönig Ravana verliebt sich in Sita und verschleppt sie auf seine Insel Lanka. Doch mit Hilfe des Affengenerals Hanuman und seinem Bruder schafft es Rama, Sita zu befreien und die Dämonen zu besiegen. Da Rama an der Treue seiner Frau zweifelt, unterzieht diese sich der Feuerprobe. Da Sita unschuldig ist, wird sie von den Göttern vor den Flammen beschützt.
Dieses ist natürlich nur eine ganz grobe Zusammenfassung des Ramayanas.
Nachdem ich mir vor ein paar Wochen das Mahabharata zu Gemüte geführt hatte, war es nur logisch, als nächstes das Ramayana in Angriff zu nehmen. Auch hier handelt es sich wieder um eine gekürzte Fassung, erzählt von Otto Abt auf 127 Seiten.
Da ich mich bereits vorher etwas mit dem Ramayana beschäftigt hatte, fielen mir schon einige Kürzungen auf. So wird z.B. nicht erwähnt, dass Ravana ein Dämon mit zehn Köpfen ist. Sicherlich ist das für das Verständnis der Geschichte nicht entscheidend, aber gerade solche Details machen in meinen Augen die Faszination aus. Weiterhin beschränkt sich der Autor nur darauf, die sechs Bücher des Ramayana nachzuerzählen. Das siebte Buch, Uttara Kanda, soll erst später in das Ramayana eingefügt worden sein. Im Uttara Kanda wird davon erzählt, wie das Volk an Sitas Treue zweifelt und Rama sich gezwungen sieht, seine schwangere Frau in die Verbannung zu schicken, wo sie Zwillinge zur Welt bringt. Nach 15 Jahren treffen die beiden Jungen ihren Vater, der Sita zurück holt. Vor einer großen Versammlung soll Sita ihre Unschuld erklären. Als Unterstützung ruft sie ihre Mutter, die Erde, an. Als Bestätigung öffnet sich die Erde und Sita verschwindet in einer Erdspalte.
Trotz der Tatsache, dass Rama in meinen Augen ein schwacher Mann ist, der nicht den Mut aufbringt, zu seiner Frau zu stehen (ich hoffe, hier fühlt sich niemand vor den Kopf gestoßen), ist er mir immer noch sympathischer als die Helden des Mahabharata.
Im Ramayana wimmelt es nur so vor wollüstigen, hässlichen Dämoninen, die es auf die Helden abgesehen haben. Geierkönige unterstützen Rama und Lakshmana bei der Suche nach Sita. Und nicht zu vergessen: Hanuman, der Affengeneral, der wirklich ein pfiffiger Kerl ist. (Fast hätte ich “ein pfiffiger, kleiner Kerl” geschrieben, da ich mir Hanuman immer als Makake vorstelle.)
Also viele Punkte, die dafür sorgen, dass das Lesen des Ramayana Spaß macht.



In meinem Buch was ich grade lese, ist Hanuman auch erwähnt und spielt eine kleine aber wichtige rolle. Ist sehr interessant.
Von Rama und Ravana weiß ich aus MHN hihi
Aber wenn du es weiter empfehlen kannst werd ich das auch lesen
Wie bei allen alten Überlieferungen (gemäß dem Ramayana selbst ist es mehr als 400.000 Jahre alt) erlebt der westlich geprägte Leser natürlich einen ziemlichen “crash” mit einer Kultur, die nur in ihrer Gesamtheit verstanden werden kann (wenn überhaupt).
Ich selbst bin ein totaler “Fan” des Ramayana und habe sogar begonnen, dieses Werk (in der ungekürzten Fassung Valmikis) aus dem englischen/sanskrit ins Deutsche zu übersetzen. Macht viel Arbeit, aber auch viel Freude. Ich kenne die obige Ausgabe des Ramayana nicht, aber hoffe, sie mal “zwischen die Finger zu bekommen.” Allerdings umfassen die deutschen Ausgaben nicht einmal 5% des gesamten Textes!
In dem Werk steckt wahnisnnig viel Moral und Weisheit und Schönheit.
Wie gesagt, ich kenne obige Ausgabe nicht. Gibt es jemanden im Raum München, der sie mir mal borgen kann?
ich kann da nicht weiterhelfen, da ich in nrw wohne (allerdings kostet das buch nur knapp über € 12)
aber ich kann mir vorstellen, dass diese fassung für einen ramayana-experten eine kleine enttäuschung sein wird, da es wie gesagt sehr viel kürzt und weglässt
[...] sich für indische Mythologie, speziell für das Ramayana, interessiert, ist mit “Ramadasu” bestens bedient. Allerdings sind vor allem zu Beginn [...]